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Loesch Cup 2017

Autor : Luca Stettner

Quelle : SWP Rundschau Gaildorf

Jörg Loesch: „Momente zum riesig Mitfreuen“

Die Firma Loesch aus Gschwend ist im dritten Jahr in Folge Hauptsponsor des Jugendturniers des SV Frickenhofen: Firmenchef Jörg Loesch berichtet über sein Engagement.

Was hat Sie damals dazu bewogen, diesen Schritt zu gehen und was reizt Sie besonders an diesem Sponsoring beim SV Frickenhofen?

Jörg Loesch: Mit dem SV Frickenhofen bin ich ja schon sehr viele Jahre als Hauptsponsor der Volleyball-Damen verbunden. Diese Verbindung kam damals über eine langjährige Mitarbeiterin zustande, die übrigens immer noch bei uns beschäftigt ist. Als dann 2015 der seitherige Haupt­sponsor entfiel, kam die Idee auf, diese Position zu übernehmen. Es waren wohl noch mehrere Interessenten da. Die Auswahl fiel aber dann doch auf uns – was uns natürlich sehr ehrt.

Wie sieht es eigentlich mit Ihrer Fußballkarriere aus, haben Sie selbst schon einmal gespielt?

Na ja, die Perspektiven auf eine eigene Fußballkarriere sind sehr überschaubar, da dies nun nicht unbedingt meine persönliche Sportart ist. Da sind meine Stärken eher beim Skifahren und speziell beim Radfahren angesiedelt.

Dieses Jahr ist doch ein Jubiläum:  Es ist die 20. Auflage des Nachwuchsturniers. Auch im Jubiläumsjahr wieder unter dem Namen „U15 LOESCH Cup“.  Wie sehen Sie die Zukunft des Turniers, gerade im Hinblick auf Ihr Engagement?

Es gibt doch diese neudeutsche Aussage „never change  a winning team“. In diesem Sinne kann ich mir ein längerfristiges Engagement vorstellen. Ich bin mir sicher, auch in den nächsten Jahren aktiv dazu beitragen zu können, ein attraktives Turnier zu bieten.

Gibt es einen Verein, den Sie mal besonders gerne in Frickenhofen sehen würden?

Ich freue mich über alle Teilnehmer, speziell die Vereine aus der Region. Aber klar, die eigentliche Attraktivität erreichen wir natürlich über die nationalen und internationalen Vereine. Wenn wir es immer wieder hinbekommen, einen guten Mix aus allen zu bekommen, ist das Ziel des Turniers erreicht.

Gab es bei den Turnieren auch Momente, die Ihnen besonders in Erinnerung geblieben sind?

Ich fand es vergangenes Jahr sehr beeindruckend, dass sich eine „Underdog-Mannschaft“ den Pokal geholt hat. Die Jungs  von Unterhaching waren so happy, die hätten die Welt umarmen können. Das sind dann die Momente, an denen man sich riesig mitfreuen kann, auch wenn es nicht der eigene „Lieblingsverein“ war. Die Jungs hatten es sich verdient. Und dann war es auch gut so . . .

 

Eine Liga für sich

Der Gegner ist für die Gaildorfer ein Goliath. Sie strahlen selbst nach der 6:0-Niederlage. Für sie ist es ein besonderes Erlebnis gegen Dynamo Dresden  zu spielen.

Uli Hägele und Emil Schaaf verfolgen das Spiel von einem geschützten Platz aus. Der Nieselregen hat aufgehört, aber es ist mit 15 Grad frisch. Als Ersthelfer des DRK Mittelbronn besetzen Hägele und Schaaf die erste Schicht,  von zehn bis halb drei. Sie haben einen ruhigen Dienst. Zwei neue Teams sind eben aufs Spielfeld des Waldstadions eingelaufen. Die U15-Mannschaften der Eintracht Frankfurt und des FC Augsburg. Die Spieler winken. Am Rand des Spielfelds stehen allerdings nur wenige Zuschauer unter dem wolkenverhangenen Himmel. „Der Samstagvormittag ist bei uns nicht gerade der Tag, um Fußball zu gucken“, meint Uli Hägele und grinst. Er genießt die Spiele, „das Niveau ist beachtlich“.

Von der Mauer unterhalb des Vereinsheims des SV Frickenhofen aus verfolgen andere Mannschaften das Spiel. Zwölf Teams hat der SV Frickenhofen für den 20. Loesch-Cup eingeladen, darunter alte Bekannte wie den RB Leipzig, den VfB Stuttgart, den 1. FC Nürnberg und die Frankfurter Eintracht. Sie haben Fanartikel mitgebracht, Schals, Wimpel und Käppis, die die Gewinner der Tippwetten bekommen. Ein paar Jugendliche stehen im Vereinsheim am Wettschalter und holen sich das Formular. Gut gelaunt kommt Andreas Stütz in den Raum. Das Turnier läuft rund. Rund 100 Helfer sind im Einsatz. „Nächste Woche beginnen wir mit der Vorbereitung des Loesch-Cups im nächsten Jahr, als erstes legen wir den Termin fest“, sagt Stütz. Er ist Vereinschef und organisiert das Turnier.

20. Turnier in Folge

250 Jugendliche plus ihre Betreuer sind zu Gast. Sie sind zum Teil in Familien untergebracht, in Sulz­bach-Laufen, in Frickenhofen und Mittelbronn, in Hönig und Schlechtbach, einige nächtigen in Gasthäusern im Umkreis, in Untergröningen, Wetzgau und Ruppertshofen. „Für U15-Mannschaften gelten andere Kriterien als für Ältere“, sagt Stütz. Der TSV Gaildorf muss etwa für die Gäste des Jugend-Euro-Cups höhere Anforderungen erfüllen. „Wir haben es einfacher“, sagt Stütz lächelnd.

Die Schrannen im Vereinsheim sind um die Mittagszeit gut besetzt. Dort werden auch die Spieler und ihre Betreuer bewirtet. Drei Mahlzeiten serviert ihnen der SV Frickenhofen pro Tag. In einer Glasvitrine stehen Kuchen und Torten, noch ist die Auswahl groß. Mit dem Loesch-Cup refinanziert der Verein seine Jugendarbeit, erklärt Stütz. „Für unsere Jugendlichen ist es ein Highlight, gegen die Eintracht zu spielen oder gegen den VfB. Das ist halt schon eine Liga für sich.“ Der Verein habe den Ehrgeiz, das Turnier auf bekanntem Niveau weiterzubetreiben. „Wir sind auch stolz, dass wir es seit 20 Jahren organisieren.“ Im Lauf der Jahre haben die Frickenhofer ihre Kontakte geknüpft, etwa über Frieder Schrof. Der Fichtenberger wechselte vom VfB zum RB Leipzig, wo er die Jugendarbeit koordiniert. „Er hat uns den Kontakt zu Dynamo Dresden hergestellt.“

Mit 14 einen Vertrag mit Nike

Dass die Fußballer der U15-Mannschaften – sie sind noch Kinder – teilweise bereits Verträge mit Nike oder Adidas haben und damit ordentlich Geld kassieren, sieht Andreas Stütz kritisch. „Es wird eine große Herausforderung an deren Eltern sein, zu schauen, dass ihr Sohn nicht abhebt. Solche Probleme haben wir zum Glück nicht. Für unsere Jungs ist das Turnier einfach nur eine tolle Erfahrung.“ Deshalb spielt’s für sie auch keine Rolle, dass die SGM Frickenhofen/Sulzbach/Gschwend 0:10 gegen den FC Nürnberg verloren hat.

 

Hoffenheim gewinnt den Loesch-Cup

20. Auflage des Nachwuchsturniers des SV Frickenhofen fand statt. Im Finale standen sich die Kraichgauer und die Eintracht aus Frankfurt gegenüber.

 

Auch in diesem Jahr fanden viele Fußballbegeisterte den Weg zum U15-Loesch-Cup des SV Frickenhofen ins heimische Waldstadion (wir berichteten). Am Samstag und Sonntag gab es dabei zusätzlichen Grund zur Freude: Die mittlerweile 20. Auflage des Jugendturniers stand an. Turniersieger wurde nach makelloser Vorrunde, einem packenden Halbfinalerfolg im Derby gegen den VfB Stuttgart und einem nur im Ergebnis knappen 1:0-Finalsieg gegen Eintracht Frankfurt verdient die TSG Hoffenheim.

Bereits in der Gruppenphase zeichneten sich die Leistungsverhältnisse ab: Neben dem späteren Turniersieger aus dem Kraichgau, der durch schnellen und direkten Offensivfußball früh zum heimlichen Turnierfavoriten avancierte, meisterten auch der VfB Stuttgart und der Karlsruher SC ihre Gruppen verlustpunktfrei. Während Stuttgart extrem dominant und ballsicher die Gegner dominierte, trat der Karlsruher SC effektiv und clever auf und zermürbte damit die Gegner.

Gastgeber beweisen Moral

Aufopferungsvolle Verteidigungsarbeit prägte die Spielweise des kurzfristig eingesprungenen TSV Gaildorf und der heimischen SGM Frickenhofen/Sulzbach-Laufen/Gschwend. Auch wenn für beide Teams nichts Zählbares in den Vergleichen mit den überlegenen Kontrahenten heraussprang, zeigten sie Moral und stellten sich auch bei Rückstand allen Angriffen kämpferisch entgegen. „Die Jungs haben sich gefreut, gegen solche Gegner spielen zu dürfen“, hält Frickenhofens Trainer Tim Gückelhorn fest. Die Devise sei klar gewesen: „Sie sollen Spaß haben. So etwas werden sie nicht mehr oft erleben.“ Trotz anfänglicher Nervosität sei die Stimmung in der Mannschaft immer sehr gut gewesen, „unsere ganz junge Mannschaft konnte viel lernen, besonders im Zweikampfverhalten“, ist sich Gückelhorn sicher.

Da im Turnier das Torverhältnis nicht als Kriterium für die Platzierung in der Gruppenphase herangezogen wird, muss bei Punktgleichheit und einem Remis im direkten Vergleich das Los entscheiden. In allen drei Gruppen wurden so die Plätze zwei und drei ermittelt. Nach dem Qualifikationsspiel für das Viertelfinale, in dem sich der 1. FC Nürnberg mit 2:0 gegen Dynamo Dresden durchsetzte, standen dramatische Viertelfinalspiele an. Zunächst scheiterte der Karlsruher SC nach Führung überraschend mit 1:2 an Eintracht Frankfurt. Daraufhin schied auch Titelverteidiger Spvgg Unterhaching verdient gegen RB Leipzig aus. Turniersieger Hoffenheim lag bereits mit 0:2 gegen den 1. FC Nürnberg zurück, konnte sein Viertelfinalspiel in einer packenden Schlussphase aber noch drehen, gewann mit 4:2 und entwickelte eine große Euphorie im Team.

Die Runde der letzten vier komplettierte schließlich nach einer hektischen Begegnung der VfB Stuttgart, der im Viertelfinale gegen den FC Augsburg erst im Elfmeterschießen gewann. Während der VfB alle Elfmeter sicher verwandelte, scheiterten die Fuggerstädter gleich dreimal am umjubelten Matchwinner Tom Österle.

Im ersten Halbfinale bezwang Eintracht Frankfurt den Nachwuchs der roten Bullen trotz aggressivem Pressing von RB knapp mit 1:0. In der zweiten Halbfinalbegegnung sahen die Zuschauer das wohl spannendste Spiel des Turniers zwischen dem VfB Stuttgart und Hoffenheim. Stuttgart kontrollierte anfangs die Begegnung, doch die Kraichgauer setzten mit schnellen Kontern immer wieder Akzente und gingen in Führung. Auf den zwischenzeitlichen Ausgleich hatte Hoffenheim die richtige Antwort und verteidigte in den hitzigen letzten Minuten das Resultat clever gegen die anrennenden Schwaben.

Schwaben landen auf Rang 3

Dem VfB blieb nur der Sieg im offensiv geführten Spiel um Platz drei gegen Leipzig. Die Hoffenheimer dagegen trafen im Endspiel auf Eintracht Frankfurt. Es entstand ein ereignisarmes Finale, in dem die TSG drei große Chancen auf den Sieg vergab. Als der Stadionsprecher schon das Vorgehen bei Remis nach der regulären Spielzeit erklärte, entschied Hoffenheim das Finale durch einen wuchtigen Kopfball doch noch für sich.

 

Hoffenheims Trainer Wolfgang Heller sah trotz vieler Ausfälle in seiner Mannschaft „sicherlich ein gutes Turnier“ und zog zum Ende des Turniers ein positives Fazit: „Wir wussten, dass der Jahrgang stark ist, haben aber gut gespielt und verdient gewonnen.“ In Nick Breitenbücher stellt sein Team außerdem den besten Spieler des Turniers – zum besten Torhüter wurde Tom Österle vom VfB Stuttgart gewählt.